Parallele Investorenlösungen für Avermann-Gruppengesellschaften

Für zwei Gesellschaften der Avermann-Gruppe aus Osnabrück konnten im Rahmen eines strukturierten und eng verzahnten M&A-Doppelprozesses erfolgreich zwei übertragende Sanierungslösungen umgesetzt werden.

Damit ist die Fortführung der Geschäftsbereiche Environmental Technology und Precast gesichert. Die Unternehmenskaufverträge wurden Ende März unterzeichnet.
Mit der strukturierten Doppeltransaktion werden zentrale Geschäftsbereiche des seit über 75 Jahren in Osnabrück ansässigen Traditionsunternehmens nachhaltig neugeordnet und insgesamt mehr als 70 Arbeitsplätze in Deutschland gesichert.

„In einem anspruchsvollen Marktumfeld ist es gelungen, für beide Gesellschaften tragfähige und zukunftsorientierte Lösungen zu entwickeln. Die erzielten Ergebnisse sichern wesentliche Teile des Unternehmens und schaffen gleichzeitig die Grundlage für eine nachhaltige Weiterentwicklung“, ordnet Stefan Meyer (PLUTA) als Insolvenzverwalter der Avermann Maschinenfabrik GmbH & Co. KG („AMO“) die erzielten Lösungen ein. Mit dem M&A-Prozess hatte Stefan Meyer sowie Dr. Ria Brüninghoff (Insolvenzverwalterin der Avermann Betonfertigteiltechnik GmbH & Co. KG („ABO“) die Transformationsberatung Falkensteg beauftragt.

Avermann Betonfertigteiltechnik: Industrielle Fortführung am Standort Osnabrück
Die neugegründete Avermann Precast Technology GmbH übernahm mit Wirkung zum 1. April 2026 den Geschäftsbetrieb der Avermann Betonfertigteiltechnik GmbH & Co. KG („ABO“). Insgesamt wurden 33 Mitarbeiter aus den Bereichen Konstruktion, Vertrieb, Verwaltung und Fertigung übernommen.

Der Investor, die B.T. innovation GmbH aus Magdeburg, ist ein etablierter Anbieter von Magnet- und Schalungstechnik sowie Verbindungs- und Abdichtungslösungen für die Betonfertigteilindustrie. Zwischen beiden Unternehmen bestand bereits in der Vergangenheit eine enge und erfolgreiche Zusammenarbeit, die nun auf die nächste strategische Stufe geführt wird.

Die Kernfertigungskompetenzen der ABO werden unter dem neuen Dach weiterhin am Standort Osnabrück fortgeführt. Durch die Integration in die Strukturen von B.T. innovation ergeben sich zusätzliche Synergien sowie eine nachhaltige Stärkung der Marktposition. Künftig wird der Betriebsteil Betonfertigteiltechnik unter der neu zu gründenden Marke „Avermann Precast Technology“ auftreten.

Avermann Maschinenfabrik: Fokussierte Fortführung mit internationaler Produktionsstruktur
Parallel wurde für die Avermann Maschinenfabrik GmbH & Co. KG eine Investorenlösung mit der neu gegründeten Avermann Germany GmbH realisiert. Diese übernahm zum 1. April 2026 den Geschäftsbetrieb sowie wesentliche Vermögenswerte.

Im Zuge der Transaktion wird die Produktion aus wirtschaftlichen Gründen vollständig in internationale Standorte der Avermann-Gruppe verlagert. Die Betriebsteile Verwaltung sowie Service / Instandhaltung werden am Standort weitergeführt. Rund 40 Arbeitsplätze werden so im Rahmen des Erwerberkonzepts gesichert.

Die Entscheidung zur Verlagerung der Produktion erfolgte vor dem Hintergrund signifikanter struktureller Standortnachteile in Deutschland. Ohne diese Anpassungen wäre eine Fortführungslösung nicht möglich gewesen. Die Geschäftsführung um Marieke Keller und Timo Steinhauer betont: „Die Entscheidung zur Aufgabe der Produktion in Osnabrück ist äußert schwergefallen, jedoch alternativlos, um eine langfristig tragfähige und wettbewerbsfähige Lösung zu ermöglichen. Unser Ziel ist es, die Avermann Germany GmbH auf Basis unserer Tradition und unseres Know-hows nachhaltig erfolgreich im Markt zu positionieren“.

Strukturierter M&A-Prozess unter hoher Komplexität
Unter der Leitung der Transformationsberatung FalkenSteg wurde ein strukturierter und eng abgestimmter M&A-Prozess durchgeführt, der durch parallele Transaktionsstränge und eine hohe Komplexität geprägt war. Ziel war es, für beide Gesellschaften zeitgleich tragfähige Investorenlösungen zu entwickeln und umzusetzen.

Ein Falkensteg-Team um Sascha Dahlke (Director), Jonas Eckhardt (Partner), Flavio Vogel (Associate) und Robert Haun (Analyst) verantwortete die Ansprache potenzieller Investoren, die Strukturierung der Transaktionen, die Organisation aller beteiligten Parteien sowie Koordination der operativen Auftrennung beider Gesellschaften. Neben der IT-Separation umfasste die operative Neugestaltung auch arrondierende Service Level Agreements, Miet- und Pachtverträge sowie eine Markenvereinbarung.

„Die Kombination aus frühzeitiger strategischer Positionierung, gezielter Ansprache relevanter Investoren und enger Abstimmung mit allen Stakeholdern war entscheidend, um in einem herausfordernden Umfeld zwei tragfähige Lösungen realisieren zu können“, erklärt Projektleiter Sascha Dahlke.

Beteiligte Parteien
Insolvenzverwaltung

PLUTA Rechtsanwalts GmbH
RA Stefan Meyer (Managing Partner)
RA Dr. Ria Brüninghoff (Partnerin)
RA Christoph Chrobok

M&A Verkäufer
FalkenSteg Corporate Finance
Jonas Eckhardt (Partner)
Sascha Dahlke (Director)
Flavio Vogel (Associate)
Robert Haun (Analyst)

Legal Verkäufer
PLUTA Rechtsanwalts GmbH
RA Nadja Neuber
RA Dr. Marc-Arno Scheuß

Operative Fortführung
PSM Management GmbH
Christian Plückebaum (Partner)
Lukas Holzapfel (Consultant)

Legal Käufer Avermann Betonfertigteiltechnik
DLA Piper
RA Florian Bruder (Partner)
RA Daniel Osmanovic (Counsel)
RA Eike Bodo Matthes (Counsel)
RA Thomas Rüsing (Senior Associate)
RA Marisa Machacek (Senior Associate)
RA Katharina Alessandra Plass (Senior Associate)

Legal Käufer Avermann Maschinenfabrik
Dr. Höckelmann, Berger & Partner
RA Andreas Berger
PKF WMS
RA Dr. Marie Kinnius

Wirtschaftlicher Berater Käufer Avermann Maschinenfabrik
PKF WMS
Heinz-Hermann Gerdes (Partner)