Montanhydraulik übernimmt die Kemptener Maschinenfabrik
Die KMF Kemptener Maschinenfabrik GmbH bekommt einen neuen Eigentümer. Zum 1. August 2026 hat die Montanhydraulik GmbH den Kemptener Maschinenbau- und Hydraulikspezialisten im Wege eines Asset-Deals übernommen.
Ein Großteil der 185 Beschäftigten wechselt zum Erwerber, und der Standort Kempten bleibt erhalten. Über den Kaufpreis haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart.
Rund sechseinhalb Monate nach dem Antrag auf Eigenverwaltung ist die Fortführung des Unternehmens damit gesichert. FalkenSteg begleitete die Eigenverwaltung und den Investorenprozess. Erst die Restrukturierung schuf die Voraussetzung für den Einstieg des strategischen Erwerbers.
KMF und Montanhydraulik verfügen über komplementäre Produktportfolios im Bereich der Hydraulikzylinder und bedienen dabei unterschiedliche Größen- und Anwendungssegmente. Für Montanhydraulik ist der Zukauf eine Erweiterung des Absatzmarkts. „Die Übernahme der KMF ist ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung unserer Unternehmensgruppe. Wir erweitern gezielt unser Produktportfolio und bündeln die Stärken beider Unternehmen. So schaffen wir beste Voraussetzungen, unsere Kunden auch künftig mit innovativen Hydrauliklösungen zu unterstützen“, sagt Jens Ennen, CEO der Montanhydraulik-Gruppe. Die Gruppe will den Geschäftsbetrieb der KMF unverändert fortführen und die Vertriebswege in beide Richtungen nutzen. Kunden beider Unternehmen profitieren künftig von einem erweiterten Produktportfolio, das von Serienzylindern aus Kempten bis hin zu großformatigen Hydraulikzylindern der Montanhydraulik-Gruppe reicht.
Montanhydraulik hat ihren Sitz in Holzwickede, beschäftigt über 1.100 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 260 Millionen Euro. Das Unternehmen fertigt Hydraulikzylinder und komplette hydraulische Systeme, unter anderem für Mobilkran- und Baumaschinenbau sowie industrielle Anwendungen.
FalkenSteg Restructuring begleitete den Geschäftsbetrieb im Eigenverwaltungsverfahren unter der Leitung von Tillmann Peeters (Partner). Maximilian Schneider (Partner) verantwortete als Sanierungsgeschäftsführer die operative Umsetzung. „Entscheidend war, dass der Geschäftsbetrieb durch die Restrukturierungsmaßnahmen auf die Anforderungen des Erwerbers zugeschnitten und eine tragfähige Investorenlösung möglich wurde“, erklärt Maximilian Schneider. Das Team passte Organisationsstruktur, Logistikkonzept und Einkaufsstrategie an und flexibilisierte die Fertigung. Im laufenden Verfahren wurden 30 Stellen abgebaut. Hierzu vereinbarte das Unternehmen mit dem Betriebsrat einen Interessenausgleich und Sozialplan. Der Geschäftsbetrieb lief während des gesamten Verfahrens ohne Unterbrechung weiter. „Besonderer Dank gilt den Kunden und Lieferanten, die KMF auf dem Sanierungsweg im Eigenverwaltungsverfahren konstruktiv begleitet haben. Ihr Vertrauen war ein wichtiger Baustein für die erfolgreiche Sanierung und die langfristige Fortführung des Unternehmens“, sagt Sachwalter Henrik Brandenburg.
Den Investorenprozess führte FalkenSteg Corporate Finance mit Jonas Eckhardt und Nicolas Haan. Angesprochen wurden rund 150 potenzielle Erwerber, acht Investoren gaben ein indikatives Angebot ab. „Der internationale Investorenprozess stieß auf hohes Interesse strategischer Erwerber und Finanzinvestoren. Die nun umgesetzte Lösung bietet die beste Grundlage für den langfristigen Erhalt des Geschäftsbetriebs“, sagt Nicolas Haan, der den M&A-Prozess verantwortete.
Die KMF Kemptener Maschinenfabrik GmbH hatte Mitte Januar 2026 beim Amtsgericht Kempten die Einleitung eines Eigenverwaltungsverfahrens beantragt. Ursächlich für die wirtschaftliche Schieflage waren vor allem die Nachfrageschwäche im Hauptabsatzmarkt Agrarindustrie mit rückläufigen Aufträgen und reduzierten Kundenabrufen. Hinzu kamen eine nur begrenzt anpassbare Fixkostenbasis, Produktionsverzögerungen sowie gestiegene Rohstoff- und Energiepreise. Zum Sachwalter wurde Henrik Brandenburg von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen (Kempten) bestellt; er begleitete das Verfahren eng. Ann-Kristin Joerres (Partnerin, Grub Brugger) beriet bei den arbeitsrechtlichen Maßnahmen.
Verfahrensbeteiligte
Eigenverwaltung
FalkenSteg Restructuring
Tillmann Peeters (Partner)
Maximilian Schneider (Partner, Sanierungsgeschäftsführer)
Noelle Stroer (Consultant)
FalkenSteg Corporate Finance (M&A)
Jonas Eckhardt (Partner)
Nicolas Haan (Director)
Christopher Pfaffinger (Associate)
Sachwaltung
Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen
Henrik Brandenburg (Partner)
Christian Rissmann (Rechtsanwalt)
Weitere Beratung
Grub Brugger (Arbeitsrecht)
Ann-Kristin Joerres (Partnerin)
Zeidler Consulting (Operations)
Ingo Daut
Beratung auf der Käuferseite:
Luther
M&A
Dr. Björn Simon (Partner)
Johannes Becker (Partner)
Gunnar Müller-Henneberg (Partner)
Arbeitsrecht
Katharina Müller-Ehrlichmann (Partnerin)
RSM Ebner Stolz
Betriebswirtschaftlich (M&A)
Michael Euchner (Partner)
Niklas Zimbehl (Senior Manager)
Tim Hogekamp (Senior Consultant)