Falkensteg unterstützt Polstermöbelhersteller Himolla im Schutzschirmverfahren

Die Himolla-Gruppe aus Taufkirchen bei Landshut hat ein Schutzschirmverfahren beantragt, um den tiefgreifenden Marktrückgang und anhaltenden Ergebnisdruck zu bewältigen.

Für die anspruchsvolle Neuordnung der Gruppe haben Gesellschafter und Geschäftsführung die Transformationsberatung Falkensteg an Bord geholt. Zugleich verstärkt Rechtsanwalt Tillmann Peeters, Partner von Falkensteg, die Unternehmensführung als Sanierungsgeschäftsführer.
Auslöser des Verfahrens sind ein schwaches Konsumklima, eine stockende Bautätigkeit und ein zunehmend preisaggressiver Wettbewerb aus Niedriglohnländern – Rahmenbedingungen, unter denen klassische Möbelhäuser und ihre Lieferanten gleichermaßen um Frequenz und Margen kämpfen. Himolla konnte mit starken Marken und hochwertigen Produkten zwar seine Marktanteile stabil halten, doch der Umsatzrückgang ließ sich trotz umfangreicher Restrukturierungsmaßnahmen nicht mehr kompensieren.

Die 1947 in Taufkirchen gegründete Himolla-Gruppe zählt zu den etablierten Polstermöbelherstellern in Deutschland und ist insbesondere im Segment komfortorientierter Sitzmöbel positioniert. Der Absatz erfolgt primär über den Möbelhandel im In- und Ausland. Wichtige Märkte sind neben Deutschland vor allem das übrige Europa sowie ausgewählte Exportmärkte.

Das Schutzschirmverfahren verschafft Himolla einen zeitlich befristeten, rechtlich geschützten Rahmen, um sich gemeinsam mit Gläubigern und Geschäftspartnern auf einen Sanierungsplan zu verständigen. Anders als im Regelinsolvenzverfahren behält die Geschäftsführung die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis und kann den Geschäftsbetrieb in Abstimmung mit dem vorläufigen Sachwalter fortführen. Das Amtsgericht Landshut hat Diplom-Kaufmann Arndt Geiwitz von SGP Schneider Geiwitz zum vorläufigen Sachwalter bestellt.

„Mit dem Schutzschirmverfahren wollen wir die Marktrückgänge strukturiert bewältigen und die Wettbewerbsfähigkeit der Himolla-Gruppe wiedererlangen“, sagt Sanierungsgeschäftsführer Peeters. „Gemeinsam mit der Geschäftsführung, dem vorläufigen Sachwalter und den Gläubigern werden wir in den kommenden Wochen einen Sanierungsplan erarbeiten, der das Kerngeschäft stabilisiert und eine nachhaltige Perspektive für die Unternehmensgruppe eröffnet.“ Neben dem Restrukturierungsexperten Tillmann Peeters sind Mathias Schneider (Senior Manager), Wolfram Lenzen (Partner), Frederik Hörner (Manager), Nils Aderhold (Consultant), Andreas Stark und Philipp Langer (beide Senior Consultants) sowie Sebastian Rösler (Consultant) in dem Projekt tätig. Darüber hinaus übernimmt ein Team um Dr. Thomas Ressmann (DMR Legal) die rechtliche Beratung.

Der Geschäftsbetrieb und die Lieferung an die Kunden laufen unverändert weiter. Löhne und Gehälter der rund 850 Mitarbeitenden am Standort Taufkirchen sind für drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert. Insgesamt beschäftigt die Himolla-Gruppe 2.000 Mitarbeitende. Die internationalen Tochtergesellschaften und Produktionsstandorte in Rumänien, der Slowakei und Ungarn sind von dem in Deutschland beantragten Verfahren nicht betroffen.