Automotive

Stabilisierung unter schwierigen Bedingungen

Erfolgreiche Restrukturierung in turbulenten Zeiten

Innerhalb von zwölf Monaten stabilisierte Falkensteg eine US-Tochter eines deutschen Automobilzulieferers, erhöhte die OEE von 55 auf 62 Prozent und drehte das EBITDA von -1,0 Mio. auf 0,5 Mio. USD bei gesicherter Fortführung des Standortes. Grundlage des Erfolgs war ein integriertes Restrukturierungsansatz, der operative Exzellenz, Qualifizierung der Mitarbeitenden und eine passgenaue Finanzierungslösung kombinierte.

Ein Werk mit Reserven, aber ohne Rentabilität

Der Automobilzulieferer betrieb eine US-Tochtergesellschaft mit Gießerei und Bearbeitungszentrum, deren Kapazitäten auf rund 4,3 Mio. Teile pro Jahr ausgelegt waren, aber über Jahre nur zu etwa 60 Prozent ausgelastet wurden. Die OEE lag bei 55 Prozent, das EBITDA war durchgehend negativ, die Fluktuation der rund 300 Mitarbeitenden überdurchschnittlich und die Fortführung des Standortes stand in Frage. Gleichzeitig bestanden enge finanzielle und liefervertragliche Verflechtungen zur deutschen Muttergesellschaft, sodass ein Ausfall der US-Produktion erhebliche Risiken für Lieferfähigkeit und Ergebnis mit sich gebracht hätte.

Falkensteg erhielt den Auftrag, eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die Konzernzentrale zu schaffen und den wirtschaftlich sinnvollsten Weg zur Sicherung der Wertschöpfung zu identifizieren. Im Fokus standen die Verbesserung der operativen Performance, die Reduzierung struktureller Kosten, die Sicherung der Lieferfähigkeit sowie die Entwicklung einer tragfähigen Finanzierung der erforderlichen Maßnahmen. Ziel war es, einen umfassenden Turnaround der US-Gesellschaft zu ermöglichen und gleichzeitig die Risiken für die Muttergesellschaft zu begrenzen.

Prüfung der Handlungsoptionen

Zu Beginn prüfte Falkensteg systematisch alternative Szenarien: die Rückverlagerung der Produktion nach Deutschland, den Verkauf des US-Standorts im Rahmen eines M&A-Prozesses sowie eine umfassende Restrukturierung vor Ort. Die Analyse zeigte, dass Transport- und Zollkosten, zusätzliche Investitionen in deutsche Kapazitäten und ein negativer Kaufpreis ein wertvernichtendes Risiko darstellten und eine lokale Restrukturierung die wirtschaftlich sinnvollste Option war. Auf dieser Basis entwickelte Falkensteg gemeinsam mit dem lokalen Management ein detailliertes Restrukturierungskonzept, trennte Quick Wins mit einem Zeithorizont von drei Monaten von mittel- und langfristigen Maßnahmen und verankerte die Umsetzung in einem professionellen Project Management Office (PMO).

Effizienz durch Daten und Fokussierung

Falkensteg nutzte bewährte Instrumente wie Downtime-Pareto-Analysen und OEE-Programme, um die wesentlichen Verluste zu identifizieren und gezielt zu adressieren. Durch die Fokussierung auf wenige kritische Anlagen, den Übergang zu zustandsbasierter Wartung und die Nutzung von Echtzeit-Daten konnten ungeplante Stillstände signifikant reduziert und gleichzeitig Bestände an Ersatzteilen abgebaut werden. Parallel dazu wurden zwei zusätzliche Automatisierungsstufen in der Gießerei und an den Schnittstellen zu den Bearbeitungszentren implementiert, wodurch insgesamt 24 FTE abgebaut und kostenintensive Leiharbeit reduziert werden konnten.

Nachkalkulation als Schlüssel zur Marge

Auf Basis einer prägnanten Deckungsbeitragsanalyse wurden Produkte mit unzureichender Profitabilität identifiziert und Nachkalkulationen durchgeführt, was die Grundlage für Preisverhandlungen mit den Kunden darstellte. So konnten substanzielle Preisanpassungen realisiert und die Ertragslage einzelner Linien deutlich verbessert werden. Gleichzeitig setzte Falkensteg auf die Weiterentwicklung der Instandhaltung: Gemeinsam mit einer Task-Force der Muttergesellschaft wurde ein Trainings- und Qualifizierungsprogramm aufgesetzt, das den Übergang von reinen Routineinspektionen hin zu Predictive Maintenance – inklusive Sensortechnik, Fehleranalyse und Infrarot-Thermografie – ermöglichte.

Die Finanzierung der Restrukturierung – ein wesentlicher Baustein des Konzepts – wurde eigenständig durch die US-Tochtergesellschaft realisiert, unter anderem über Factoring und Asset-Based-Lending. Durch die Kombination aus operativen Maßnahmen, Qualifizierung, gezielten Investitionen und einer passgenauen Finanzierungsstruktur gelang es, den Standort nachhaltig zu stabilisieren, die Profitabilität deutlich zu verbessern und die Risiken für die Muttergesellschaft maßgeblich zu reduzieren.