Rettung für die Wonnemar-Freizeitbäder der InterSPA Gruppe

Die InterSPA-Gruppe (InterSPA) mit Hauptsitz in Stuttgart wurde zu Beginn Februar 2021 von einem bayrischen Privatinvestor übernommen.

Unter der Marke Wonnemar betreibt InterSPA deutschlandweit sechs Spaß- und Erlebnisbäder sowie ein Hotel und beschäftigte zuletzt rund 550 Mitarbeiter. Der Großteil der Gruppengesellschaften musste aufgrund der Corona-Krise im September 2020 Insolvenzantrag stellen. Ein FalkenSteg-Team um Jonas Eckhardt wurde mit der Durchführung eines internationalen Investorenprozesses beauftragt. Die Übernahme des Investors umfasst fünf der sechs Standorte. Durch die Transaktionen werden die meisten der Arbeitsplätze an den Standorten Stuttgart, Wismar, Sonthofen und Backnang erhalten.

InterSPA ist eine deutsche Gruppe, die sechs Erlebnisbäder, ein Hotel sowie ein eigenes Planungsbüro betreibt. Die Gruppe stammt ursprünglich aus dem Bereich der Architekturdienstleistungen und hat sich im Laufe der 2000er Jahre sukzessive zu einem der führenden deutschen Betreiber von Freizeit- und Erlebnisbädern entwickelt. Zusätzlich zu den Wasserparkstandorten in Marktheidenfeld, Backnang, Sonthofen, Ingolstadt und Bad Liebenwerda ist an dem Wasserpark in Wismar ein eigenes Hotel angeschlossen. Die Gruppe wird zentral durch einen Verwaltungsstandort in Stuttgart gesteuert. Durch die Vereinigung von Planung, Bau und Betrieb verfügt InterSPA über eine tief integrierte und Know-how getriebene Wertschöpfungskette. Das Geschäftsmodell basiert auf Public-Private-Partnerships mit den Kommunen an den jeweiligen Standorten. Kommunen haben ein großes Interesse daran, ihre Attraktivität für die Bevölkerung und die Öffentlichkeit zu erhöhen, und können dies über eine Partnerschaft mit InterSPA kostengünstig erreichen. InterSPA konnte in 2019 1,6 Mio. Besucher verzeichnen. Vor der Insolvenz wurden zuletzt bei einem Umsatz von 34 Mio. Euro rund 550 Mitarbeiter beschäftigt.

Erwartungsgemäß haben sich die durch die Corona-Pandemie ausgelösten Beschränkungen des öffentlichen Lebens, insbesondere die Lockdowns, negativ auf das Geschäft der InterSPA ausgewirkt. Trotz einem umfassenden Herunterfahren der operativen Betriebskosten in den Schließungsmonaten belasteten die hohen Fixkosten des Notbetriebs für Energie, Chemie etc. die Liquidität. Darüber hinaus konnte eine Fremdkapitalfinanzierung für die Überbrückung der Corona-Krise nicht rechtzeitig zum Abschluss gebracht werden. Infolgedessen musste für die Betriebsgesellschaften der Gruppe im September 2020 Insolvenz angemeldet werden. Kurz nach Insolvenzantragstellung stellte der erneute Lockdown ab November das Insolvenzverfahren vor eine zusätzliche Herausforderung. Die angekündigten staatlichen Coronahilfen waren zudem über lange Zeit nicht beantragbar oder in ihrer Höhe bereits durch gewährte KfW-Kreditrahmen verbraucht.

Für die Betriebsgesellschaften wurde Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt. Die Besitzgesellschaften der Bad- und Hotel-Immobilien in Wismar, Sonthofen, Marktheidenfeld und Bad Liebenwerda wurden bis zuletzt insolvenzfrei gehalten. RA Jochen Sedlitz von der Kanzlei Menold Bezler wurde zum (vorläufigen) Sachwalter bestellt. Die Eigenverwaltung um den geschäftsführenden Gesellschafter Volker Kurz wurde von den Insolvenzexperten RA Dr. Holger Leichtle der Kanzlei GÖRG sowie Dr. Robert Tobias von Restrukturierungspartner und ihren Teams beraten. Aus insolvenzrechtlichen Gründen wurden die Eigenverwaltungsverfahren zur Umsetzung des Transaktionsabschluss im Januar 2021 in Regelverfahren überführt. RA Jochen Sedlitz wurde zum Insolvenzverwalter bestellt.

Ein FalkenSteg-Team um Corporate-Finance-Partner Jonas Eckhardt führte seit Oktober 2020 einen international angelegten Investorenprozess durch. In einem herausfordernden Umfeld mit vielen Stakeholdern, einem komplexen Haftungsverbund und vertraglichen Verflechtungen konnten mehrere belastbare Angebote generiert werden. Ende Januar 2021 setzte sich ein Privatinvestor aus Bayern im Investorenprozess durch. Die Transaktion umfasst die Übernahme der insolvenzfreien Besitzgesellschaften in Wismar, Sonthofen, Marktheidenfeld und Bad Liebenwerda im Share-Deal sowie die Betriebsgesellschaften in Wismar (Bad und Hotel), Sonthofen und Marktheidenfeld im Asset-Deal. Die Betriebsgesellschaft in Backnang wird im Rahmen eines Insolvenzplans durch den Investor übernommen. Darüber hinaus werden weitere Gesellschaften für Planungsleistungen, Marken- und Architektenrechte übertragen. Insgesamt bleiben durch die Transaktion rund 300 Arbeitsplätze erhalten.

Über FalkenSteg

FalkenSteg berät Entscheider aus europäischen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sowie internationalen Beteiligungsgesellschaften in den Bereichen Corporate Finance, Debt Advisory, Restrukturierung, Forensik und Real Estate. Mit dem auf Sondersituationen ausgerichteten Beratungsansatz steht FalkenSteg für anerkannte Umsetzungskompetenz, operative Exzellenz und enge partnerschaftliche Beziehungen auf Augenhöhe. FalkenSteg begleitet Kunden bei Finanzierungsprojekten, Immobilienverkäufen, M&A-Transaktionen bis hin zur Restrukturierung in Sondersituationen. Das 50-köpfige FalkenSteg-Team ist bundesweit an den Standorten Düsseldorf, Frankfurt am Main und München präsent.

Beratung M&A
FalkenSteg
Jonas Eckhardt, Partner
Enis Lütkenhöner, Director
Matthias Bjelanovic, Analyst

Sachwalter/Insolvenzverwalter
Menold Bezler
RA Jochen Sedlitz (Sachwalter/Insolvenzverwalter)
RA Jost Rudersdorf

Beratung Eigenverwaltung
GÖRG
RA Dr. Holger Leichtle
RA Dr. Thomas Rieger
RA Dr. Daniel Schmitz
RA Katrin Voigt

Restrukturierungspartner
Dr. Robert Tobias
Klaus Wassermann
Sarah Haan
Andrej Angold

Socials